Tagung zu jüdischen Kulturen Lateinamerikas – Als Jiddisch auf Tango traf

Jüdische Menschen aus Mittel- und Osteuropa (Aschkenasim) brachten ihre sprachlichen, literarischen und musikalischen Traditionen mit nach Lateinamerika. Dort wurden diese bewahrt, weiterentwickelt und mit neuen Einflüssen verbunden. Die auf Englisch durchgeführte Tagung untersucht vor allem die Entwicklungen in Metropolen wie Buenos Aires in Argentinien, São Paulo in Brasilien und Montevideo in Uruguay. Forschende fragen etwa, wie jiddische Lieder, Klezmer (traditionelle jüdische Instrumentalmusik) und Theatermusik auf Tango, Samba oder Bossa Nova trafen und wie sich Erfahrungen von Migration und andere gesellschaftliche Themen in der Musik widerspiegelten.
Im Programm der beiden Veranstaltungstage finden sich Themen rund um jiddische Kultur – vom Theater in Argentinien über Literatur in Kuba und Mexiko bis hin zur Auseinandersetzung des argentinischen Schriftstellers Jorge Luis Borges mit der Kabbala, der jüdischen mystischen Tradition. Dabei bringt die Tagung Wissenschaft und künstlerische Praxis zusammen: Ein umfangreicher Teil des Gesamtprojektes besteht aus artistic research, deren Ergebnisse am Sonntag ab 17 Uhr im fulminanten Konzert „Jiddischer Tango. Jüdische Musik aus Lateinamerika" präsentiert werden. Das Konzert wird von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung gefördert.
Bereits ab 14.30 Uhr zeigen die Veranstalter:innen am Sonntag den Dokumentarfilm „The Exile of the Musicians".
Die Tagung gehört zu einem mehrjährigen Kooperationsprojekt zu jüdischen Kulturen Lateinamerikas, das geleitet wird von Prof. Dr. Susanne Zepp-Zwirner, Professorin für spanische und hispanoamerikanische Literaturwissenschaften an der Universität Duisburg-Essen, und Prof. Dr. Diana Matut, Leiterin der Alten Synagoge Essen. Die Rothschild Foundation fördert das Projekt.
Eckdaten der Veranstaltung:
Wann? 18. und 19. Oktober 2026, jeweils ab 10 Uhr
Wo? Alte Synagoge – Haus jüdischer Kultur, Edmund-Körner-Platz 1, 45127 Essen
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.
Weitere Informationen:
Weiter Informationen zur Veranstaltung und Programmdetails sind unter diesem Link verfügbar.
Prof. Dr. Susanne Zepp-Zwirner, Spanische und hispanoamerikanische Literaturwissenschaft, Tel. 0201/18 3-3891, susanne.zeppzwirner@uni-due.de


