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UA Ruhr vertieft Kooperationen in São Paulo und Minas Gerais durch CAPES.Global-Programm

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Eine Delegation der UA Ruhr besuchte vom 8. bis 14. September in Brasilien verschiedene Hochschul- und Forschungseinrichtungen sowie eine Förderagentur zur Stärkung der bilateralen Beziehungen.

Auf dem Programm standen Termine an der Bundesuniversität São Paulo (UNIFESP), der Universität São Paulo (USP), der Bundesuniversität ABC (UFABC) und der Bundesuniversität Minas Gerais (UFMG) sowie der Forschungsförderagentur des Bundesstaates São Paulo (FAPESP). Darüber hinaus besuchte die Delegation das Institut für Technologische Forschung (IPT) und das Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus (DWIH) São Paulo.

In den Gesprächen mit den Hochschulen ging es vornehmlich um die Internationalisierungsmöglichkeiten, die das CAPES.Global-Programm bietet, insbesondere für die Entsendung von Promovierenden und Postdoktorand*innen an die Universitäten und Forschungszentren der UA Ruhr. Aber auch die umgekehrte Möglichkeit, Forschenden aus dem Ruhrgebiet Aufenthalte in Brasilien zu ermöglichen, war ein wichtiges Gesprächsthema bei den Treffen. Die Schwerpunkte der UA Ruhr-Interessen lagen dabei insbesondere auf akademischer Mobilität im Allgemeinen, wissenschaftlicher Kooperation und Austausch im Bereich Innovation.

Zur Delegation gehörten die Prorektorin für Internationales und Diversität der TU Dortmund, Prof. Maximiliane Wilkesmann, der Prorektor für Transfer, Innovation und Digitalisierung der Universität Duisburg-Essen (UDE), Prof. Pedro Marrón, der stellvertretende Geschäftsführer der UA Ruhr, Dr. Hans Stallmann, sowie der wissenschaftliche Direktor und der Geschäftsführer des Verbindungsbüros der UA Ruhr für Lateinamerika, entsprechend Prof. Matthias Epple und Marcio Weichert.

UNIFESP

An der Bundesuniversität UNIFESP wurde die Delegation von Prof. Kathryn Lum, Vertreterin des International Office, Prof. Chariston dal Belo, Koordinator für Internationalisierung im Prorektorat für Graduiertenstudien und Forschung, sowie Prof. Elbert Macau, Direktor der Innovationsagentur Agits, empfangen.

Es wurde vereinbart, dass die UA Ruhr die Ausschreibungen des vom CAPES.Global-Programm geförderten Netzwerks RIUDS sowohl für Incoming- als auch für Outgoing-Studierende in ihrer akademischen Community bekannt macht, um den Austausch zwischen den Universitäten des brasilianischen Netzwerks (UNIFESP, ITA, UFG, UFPB, UNIFESSPA, Unipampa) und der Ruhrregion zu fördern. Außerdem wurden gemeinsame Fachkompetenzen in verschiedenen Bereichen identifiziert, von der Medizin bis hin zur Innovation. Die UDE und die UNIFESP erörtern derzeit eine Kooperationsvereinbarung.

DWIH São Paulo

Im Deutschen Wissenschafts- und Innovationshaus (DWIH) São Paulo hatte die Delegation die Gelegenheit, sich mit Vertreterinnen und Vertretern anderer deutscher Wissenschaftsorganisationen auszutauschen und sich ein Bild von der Internationalisierungsarbeit in Brasilien und Lateinamerika zu machen. An dem Dialog nahmen Anja Grecko (DWIH), Dr. Christina Peters und Merit Mikhail (DFG), Dr. Manuel Steidle (Fraunhofer), Sören Metz (TU München) und Cintia Toth (Universität Münster) teil.

USP

An der in den Rankings führenden Universität Lateinamerikas sprach die Delegation ebenfalls über den Zeitplan der Ausschreibungen von CAPES.Global (INTEGRA-Netzwerk: USP, Butantan-Institut, UEG, UERR, UFERSA) sowie über Mobilität, wissenschaftliche Zusammenarbeit und wissenschaftsbasiertes Unternehmertum. Das NIDUS-Programm, das Innovationsaufenthalte für Studierende ermöglicht, weckte vor allem das Interesse von Prorektor Pedro Marrón (UDE).

Die bundesstaatliche Universität USP wurde bei dem Treffen durch den Prorektor für Graduiertenstudien, Prof. Carlos Ambrósio, den stellvertretenden Prorektor für Forschung, Prof. Carlos Eduardo Cerri, und den stellvertretenden Direktor des Instituts für Physik, Prof. Cristiano Oliveira, repräsentiert.

FAPESP und IPT

Bei der FAPESP, der Forschungsförderungsagentur des Bundesstaates São Paulo, informierte sich die Delegation über das Spektrum der Programme zur Förderung der Wissenschaft – insbesondere über die São Paulo Excellence Clusters – , über die Förderung von internationalem wissenschaftlichen Austausch und Zusammenarbeit sowie über die Voraussetzungen für bilaterale Ausschreibungen.

Nach Angaben der FAPESP wurden im Jahr 2025 insgesamt 211 wissenschaftliche Artikel veröffentlicht, an denen Autoren aus São Paulo und von den UA Ruhr-Universitäten gemeinsam mitgearbeitet haben. Darüber hinaus hat die FAPESP über einen Zeitraum von 15 Jahren (2010–2025) acht Forschungsaufenthalte und 26 Stipendien in der Region der UA Ruhr finanziert. Die wichtigsten Kooperationsbereiche sind dabei Physik und Astronomie, Ingenieurwissenschaften und Medizin.

Während der Großteil der Delegation nach Minas Gerais weiterreiste, besuchte Prof. Pedro Marrón zum zweiten Mal das Institut für Technologische Forschung (IPT). Marrón war nicht nur daran interessiert, Spin-offs der Ruhr-Universität dazu zu bewegen, sich am IPT niederzulassen, um in Brasilien tätig zu werden, sondern wollte sich auch eingehender mit dem „Soft-Landing“-Programm des Instituts befassen, das als mögliches Modell für die Universitäten im Ruhrgebiet dienen könnte.

UFMG

In Belo Horizonte unterzeichneten Prof. Wilkesmann von der TU Dortmund und der Rektor der Bundesuniversität Minas Gerais (UFMG), Prof. Alessandro Moreira, im Rahmen des im Juni 2025 geschlossenen institutionellen Abkommens zwischen der UA Ruhr und der UFMG eine Vereinbarung zur akademischen Mobilität – insbesondere für Studierende.

Im Gespräch hob Moreira die Stärken der UFMG hervor, die Potenzial für eine Zusammenarbeit mit der UA Ruhr bieten, darunter künstliche Intelligenz, Sozial- und Geisteswissenschaften, Gesundheits- und Lebenswissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Geologie und Bergbau (seltene Erden). An dem Treffen nahmen die stellvertretende Leiterin für Internationalisierung, Prof. Bárbara Orfanó, sowie die Delegation der UA Ruhr teil.

Zusammen mit dem Prorektor für Forschung, Prof. Fernando Reis, und dem Prorektor für Graduiertenstudien, Prof. Bruno Leal, stand erneut die Beteiligung der UA Ruhr an den Ausschreibungen des CAPES.Global-Programms im Mittelpunkt, insbesondere im Rahmen des INTER-NÓS-Netzwerks (UFMG, UEA, UFCSPA, UFRN, UNIFAL). Die Zusammenarbeit bei der Bekanntmachung hat bereits begonnen.

Ein Gespräch über Wissenschaftsdiplomatie mit den Professoren Dawisson Belem Lopes und João Paulo Nicolini (Fachbereich Politikwissenschaft) sowie eine Vorlesung von Prof. Matthias Epple (UDE) am Institut für Chemie rundeten das Programm in der Hauptstadt des Bundesstaates Minas Gerais ab.

UFABC

An der Bundesuniversität UFABC lag der Fokus auf der Stärkung der institutionellen Beziehungen, der Ausweitung der Forschungsnetzwerke und der Förderung der bilateralen Mobilität von Lehrkräften und Forschenden. Die Vorstellung der Forschungslandschaft der UA Ruhr mit ihren Joint Research Centres stieß auf großes Interesse, ebenso wie das International Senior Fellowship Programme des College of Social Sciences and Humanities.

Im Rahmen des CAPES.Global-Programms soll im November eine zweite Ausschreibung für Outgoings des Netzwerks DESATII (UFABC, PUC Goiás, UEG, UESB, UFAL, UPE) veröffentlicht werden. Lehrkräfte und Wissenschaftler*innen der UA-Ruhr-Mitgliedsuniversitäten, die Interesse an Incomings haben, sollen ihre Partner an diesen Universitäten zu Forschungsaufenthalten einladen und/oder sie dazu motivieren, Austauschstudierende und Postdocs ins Ruhrgebiet zu schicken. Ausschreibungen für Incomings an den DESATII-Universitäten sind erst für 2027 vorgesehen.